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Projekt

Warum machen wir das?

Für die Gesamtentwicklung von Kindern sind Bewegung, Spiel und Sport erwiesenermaßen von zentraler Bedeutung. Sie sind nicht nur wichtige Einflussfaktoren für die körperliche und geistige Gesundheit der Kinder, sondern verbessern auch ihre sozialen und sprachlichen Fähigkeiten.

Sportvereine sind als traditionelle Experten für Sport und Bewegungserziehung bestimmende Faktoren einer aktiven und „bewegten“ Gesellschaft. Insbesondere in städtischen Ballungsgebieten, in denen ausgewiesene Spiel- und Sportflächen knapp sind, gehören vereinssportliche Bewegungsangebote zu den zentralen Bausteinen einer gesamtgesellschaftlichen kindlichen Bewegungsförderung.

Durch die flächendeckende Einführung schulischer Ganztagsangebote und die Verdichtung der Gymnasialzeit verbringen Kinder und Jugendliche ihre Nachmittage zunehmend in der Schule. Ihre Möglichkeiten, das Bewegungsangebot der Sportvereine anzunehmen, verringern sich dadurch ebenso wie der Zugang der Vereine zu den Schülern.

Dies hat spürbare Folgen: Immer weniger Schüler*innen sind Mitglieder in Sportvereinen. Zudem zeigen zahlreiche empirische Untersuchungen, dass immer mehr Kinder an Entwicklungsstörungen und Übergewicht leiden. Besonders besorgniserregend ist die Situation in Frankfurt – Einschulungsuntersuchungen des städtischen Gesundheitsamts offenbaren, dass Frankfurter Schulanfänger*innen im hessischen Vergleich überdurchschnittlich häufig übergewichtig oder adipös sind. Zudem weisen nach den aktuellen Daten des Berichts zur Kindergesundheit ein Fünftel aller Schulanfänger*innen in Frankfurt Entwicklungsauffälligkeiten bzw. -störungen auf.

Am häufigsten sind Auffälligkeiten in der sprachlichen und motorischen Entwicklung.

Ziele des Projekts

Mehr Bewegung in den Alltag von Schulanfänger*innen bringen, um Körperbewusstsein und Bewegungsfreude bei Kindern mit geringer Sportaffinität zu vermitteln.

Schulanfänger*innen für den Vereinssport begeistern und Vertrauen zum Sportverein aufbauen.

Bewegungsförderung in Stadtteilen mit hohen Raten von kindlichen Entwicklungsdefiziten und Übergewicht.

Entwicklung und Begleitung langfristiger Kooperationsbeziehungen zwischen Schulen und Sportvereinen.

Tragfähige Netzwerkstrukturen schaffen zur langfristigen finanziellen Förderung von Bewegung und vereinssportlicher Aktivität bei Schulanfänger*innen.

Das Konzept hinter SKIB

Aufgrund der Zunahme von Übergewicht und Entwicklungsdefiziten bei Schulanfänger*innen und den gravierenden Veränderungen in der Schullandschaft, haben 2011 die Stadt Frankfurt und der Sportkreis Frankfurt ein Projekt zur nachhaltigen Bewegungsförderung ins Leben gerufen, dass die Arbeit von Sportvereinen und Schulen integriert und langfristige Kooperationen fördert.

Die Kinder sollen zunächst vor Ort in den Schulen für Sport und Bewegung begeistert werden. Ergänzende kostenlose Kennenlernkurse für Sportaktivität im Verein ermöglichen sowohl den Kindern als auch ihren Eltern einen Einblick in verschiedene Bewegungsangebote und schaffen Gelegenheiten, mit dem Vereinssport in Kontakt zu kommen und sich für eine Mitgliedschaft zu interessieren.

Um dieses Modell der Bewegungsförderung auch über den Projektzeitraum hinaus verwirklichen zu können, sollen nachhaltige Kooperationsbeziehungen zwischen Schulen und Sportvereinen entwickelt werden, während gleichzeitig der Aufbau eines tragfähigen Fördernetzwerks erfolgt, das eine langfristige finanzielle Unterstützung sichert.

Stadtteile und Schulen, die eine hohe Zahl von Kindern mit sozialer Benachteiligung aufweisen, stehen im Mittelpunkt der Projektarbeit.

Die Auswahl dieser Stadtteile, in denen die Kooperationspartnerschaften initiiert und gefördert werden, erfolgt mittlerweile auf Basis des Monitorings zur sozialen Segregation und Benachteiligung des Jugend- und Sozialamtes. 

In den entsprechenden Stadtteilen bzw. Einzugsgebieten der ausgewählten Schulen werden Sportvereine als Hauptakteure des Projekts gewonnen. Unterstützt durch die Projektleitung knüpfen diese den Kontakt zu mindestens einer Partnerschule und verständigen sich in vorbereitenden Gesprächen auf die Inhalte und Ziele der künftigen Zusammenarbeit. Mit der gesicherten Förderung durch das Sportamt der Stadt Frankfurt können die Akteure anschließend die vereinbarten Inhalte der Kooperation ohne eigene Kostenbelastung realisieren. Die finanzielle Förderung aus den Projektmitteln ermöglicht den Vereinen die Beschäftigung eines hauptverantwortlichen Übungsleitenden, der sowohl die Maßnahmen innerhalb der Schule als auch die Schnupperkurse des Vereins gemeinsam mit Schule und Projektleitung plant und umsetzt. Zusätzlich erhalten die Vereine finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung notwendiger Verbrauchsmaterialien.

Begleitende Fortbildungen der Übungsleitenden sichern die Qualität der Zusammenarbeit.

Inhalte der Projektarbeit

In der Schule: In den Schulen haben die Vereine eine Vielzahl von Möglichkeiten, um den Schulanfänger*innen und ihren Eltern Sport und Bewegung näher zu bringen, zum Beispiel Sport- und Spielfeste, Sport-AGs, Projekttage, Schulmannschaften oder Bundesjugendspiele.

Grundsätzlich sind Umfang, Form sowie inhaltliche Gestaltung der Angebote den Teilnehmern weitgehend freigestellt. Jedoch sollen primär zusätzliche und dauerhafte Bewegungsangebote zum regulären Sportunterricht geschaffen werden, die im Idealfall auch im Stundenplan integriert werden.

Die genauen Inhalte der Zusammenarbeit werden gemeinsam geplant und an die Bedürfnisse und Wünsche der Akteure angepasst. 

Im Verein: Ist das Interesse an Sport und Bewegung geweckt, sollten die Schulanfänger*inne in den Vereinen speziell auf sie zugeschnittene Möglichkeiten vorfinden, weiter aktiv zu werden. Dazu bietet sich einerseits die Einrichtung von Schnupperkursen an, in denen der Verein die angebotenen Sportarten präsentiert. Aber auch Wochenend-Workshops, Feriensportkurse oder ähnliches wären geeignete Möglichkeiten.

Diese Angebote können kostenlos besucht werden.
Die Kinder und Eltern haben so die Gelegenheit, Vertrauen zu den Vereinen zu gewinnen und die verschiedenen Sportmöglichkeiten kennen zu lernen. Anschließend können die Kinder ihren Lieblingssport in den Regel-Angeboten der Vereine nahtlos fortsetzen.

Kooperationen zwischen Vereinen und Schulen: Für eine erfolgreiche und nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein müssen Ansprüche und Zielsetzungen klar formuliert werden. In vorbereitenden Gesprächen erarbeiten die Vertreter*innen des Sportvereins und der Schule einen Kooperationsplan und treffen dabei Vereinbarungen über die Inhalte ihrer Zusammenarbeit und das konkrete Vorgehen.

Die Projekt-Übungsleitenden sind als Bindeglied zwischen Verein und Schule für die Organisation und die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen verantwortlich. Der Sportkreis Frankfurt unterstützt und berät die Vertreter*innen der Schulen und Vereine bei der Erarbeitung ihres Kooperationsplans. In regelmäßigen Koordinationsgesprächen wird mit den Übungsleitenden der Verlauf der Zusammenarbeit erörtert. Zusätzlich erhalten diese begleitende Fortbildungsangebote zu Fragen der Kooperationsgestaltung oder der kindlichen Bewegungsförderung.

Ansprechpartner*innen

Laura Stolzenberg

Projektleitung

Johanna Busch

Projektmitarbeiterin